Destination  Strategie 

04.08.2025
MBA Frank Reutlinger

MBA Frank Reutlinger

Geschäftsführer

Zürich & Thun, Schweiz

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Zielsetzungen die greifen

Mit Methode und Motivation in die Umsetzung

Ziele geben Richtung – sie zeigen, wofür es sich lohnt, Zeit, Energie und Ressourcen zu investieren. Doch gerade in der Hotellerie und Gastronomie ist es nicht selbstverständlich, im hektischen Alltag an den Jahreszielen dranzubleiben. Umso wichtiger ist es, Zielarbeit als strategischen Prozess zu verstehen: emotional verankert, methodisch klar und operativ umsetzbar. Wer weiss, wohin er will, kommt leichter ans Ziel – und nimmt sein Team mit.

Natur-Glaskugel

Ziele sind weit mehr als als Management-Instrumente. Sie stiften Sinn, geben Sicherheit und setzen Kräfte frei – vorausgesetzt, sie sind mit einem echten inneren «Warum» verknüpft. Gerade in der Hospitality-Branche, wo spontane Gästeanfragen, Personalengpässe und operative Dringlichkeiten den Alltag bestimmen, droht langfristige Zielarbeit oft unterzugehen. Doch wer keine Ziele hat, der reagiert aus der Glaskugel heraus – statt aktiv zu gestalten. Ziele helfen, die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu lenken. Sie bringen Klarheit darüber, was wirklich zählt – und was nicht. Sie schaffen ein gemeinsames Verständnis im Team und fördern das Verantwortungsgefühl jedes Einzelnen. Ziele sind dann kraftvoll, wenn sie gemeinsam erarbeitet, emotional verankert und mit dem unternehmerischen Selbstverständnis verbunden sind.

Gute Ziele brauchen Struktur – sonst bleiben sie leere Worte. Die bewährte SMART-Formel unterstützt dabei, Ziele so zu formulieren, dass sie nachvollziehbar und überprüfbar sind. Spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert – diese fünf Kriterien geben Sicherheit in der Planung und Orientierung in der Umsetzung.
Noch mehr Dynamik bringt das OKR-Modell (Objectives and Key Results*) in den Zielprozess. Es verbindet ambitionierte, inspirierende Zielsetzungen mit messbaren Ergebnissen. Statt einmal pro Jahr werden OKRs in kurzen Zyklen definiert, etwa pro Quartal – und regelmässig reflektiert. Dadurch wird Zielarbeit zum lebendigen Führungsinstrument: transparent, teamorientiert und anpassungsfähig. Unternehmen, die OKR einsetzen, berichten von mehr Engagement, besseren Ergebnissen und einem klareren Fokus im Alltag. Besonders geeignet ist das Modell für Hotels oder Restaurants mit mehreren Teams oder Standorten – weil es die Verbindung zwischen strategischer Ebene und operativem Handeln stärkt.

Die grösste Herausforderung bei der Zielarbeit liegt selten im Setzen eines Ziels – sondern in seiner Umsetzung. Ein Jahresziel wie «Wir steigern unsere Gästezufriedenheit» ist wichtig. Doch entscheidend ist: Welche konkreten Schritte folgen daraus? Erfolgreiche Betriebe denken in Etappen: Sie übersetzen ein Ziel in Quartalsmeilensteine, Monatsziele und wöchentliche Aufgabenpakete. Dabei entsteht ein klarer, strukturierter Handlungsplan – die kleinen Etappen werden zu «verdaubaren» Einzelhandlungen. Mit dem Handlungsplan entsteht eine realistische Chance auf die erfolgreiche Umsetzung. Wichtig ist, dass Verantwortlichkeiten geklärt sind, Ressourcen eingeplant werden und der Fortschritt sichtbar gemacht wird – z.B. in Form von Checklisten, kurzen Team-Reviews oder einfachen Projektboards. Wer regelmässig auf die Umsetzung schaut, kann justieren – statt am Jahresende überrascht zu sein. Und nicht zuletzt: Die regelmässige Rückschau auf Etappenerfolge stärkt Motivation, Teamzusammenhalt und die Überzeugung, dass sich Zielarbeit lohnt.

Ziele erreichen wir nicht nur mit dem Kopf – sondern auch mit dem Herzen. Gerade in einem Umfeld, das stark durch menschliche Interaktion geprägt ist, brauchen Ziele auch emotionale Anker. Vision-Boards sind ein einfaches, aber wirkungsvolles Instrument: Ob analog als Plakat oder digital als Bildschirmhintergrund – sie halten uns das «Wofür?» täglich vor Augen. Zitate, Bilder, Visualisierungen oder persönliche Statements helfen, das Ziel lebendig zu halten. Ebenso wichtig: Erfolge sichtbar machen und würdigen. Schon kleine Fortschritte verdienen Anerkennung – ob durch ein gemeinsames Mittagessen, ein Danke im Teammeeting oder eine Erfolgsmeldung im internen Newsletter. Und schliesslich: Zielarbeit darf flexibel bleiben. Wenn sich Rahmenbedingungen ändern, braucht es Mut zur Kurskorrektur. Unterschiedliche Methoden bieten kreative Zugänge, um persönliche und betriebliche Zielarbeit zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Denn echte Zielerreichung ist nie geradlinig – aber immer lern- und entwicklungsstark.

Eingebunden in einen jährlichen Strategieworkshop, entwickeln kraftvolle Ziele und begleitende, strukturierte Umsetzungsmassnahmen, die wertvolle Grundlage für aussergewöhnliche Ergebnisse im Unternehmen.

*OKR (Objectives and Key Results) ist ein Rahmen zur Zielsetzung, um strategische Ziele mit messbaren Kennzahlen zu verbinden und die Ausrichtung der Mitarbeiter zu verbessern.

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